Welches Studium ist zukunftssicher?

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Die Studienwahl ist eine Entscheidung fürs Leben. Sie bestimmt die künftigen Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Doch was studieren? Bei mehr als 18.000 verschiedenen Studiengängen ist die Wahl wirklich nicht leicht – von „Angewandter Informatik“ bis „Zukunftssicher Bauen – Sustainable Structures“ ist alles dabei. Soll man die krisenfesten Klassiker BWL, Jura, Medizin studieren? Oder lieber etwas aus dem MINT oder IT-Bereich? Oder Medieninformatik, weil irgendwas mit Medien immer noch angesagt ist?

Mit dieser schwierigen Frage muss sich jeder Abiturient auseinandersetzen, der den Gang an eine Hochschule antreten möchte. Immerhin betrifft dies rund 500.000 junge Menschen, die sich jährlich zum Wintersemester in Unis und Hochschulen einschreiben. Dabei soll die Hochschulausbildung Spaß machen, zugleich aber auch alle Türen öffnen, damit die Absolventen künftig problemlos einen Job finden. Vor allem das zweite Kriterium ist alles andere als einfach zu erfüllen. Wer weiß schon, was der Arbeitsmarkt mittel- und lang
fristig verlangt? Aber nicht nur angehende Studenten haben die Qual der Wahl, auch Unternehmen fragen sich immer häufiger, was sie zum Beispiel von einem Bewerber erwarten können, der einen Bachelorabschluss in Nachhaltiger Ressourcenwirtschaft hat.

Dennoch lassen sich gewisse Einblicke gewinnen, welche Berufe künftig gefragt sind und wie Studieninteressierte ihre Studienwahl entsprechend gestalten sollten. Vor allem zwei Branchen versprechen sichere Jobs: Verwaltung und Soziales. Dagegen verlieren viele klassische Arbeitgeber der Vergangenheit ihre Zugkraft.

Lange galten soziale Berufe als Sorgenkinder des Arbeitsmarkts. Das ist vorbei, sagt der Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit. Absolventen der zugehörigen Fächer finden immer leichter einen Job und dieser Trend soll sich in Zukunft noch verstärken. Insbesondere Sozialarbeiter werden demnach künftig verstärkt gesucht. Über die unterschiedlichen Studienfächer der sozialen Berufe können sich Interessierte beispielsweise bei bigKARRIERE informieren.

Technische Berufe sind seit Jahren gefragt und bleiben es auch in Zukunft. Dies ergibt sich aus der aktuellen Berufsprojektion, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erstellt haben. Gesucht sind demnach vor allem Ingenieure aller Art, insbesondere Bau- und Wirtschaftsingenieure, Elektrotechniker sowie Absolventen der Natur-
wissenschaften Chemie, Physik und Biologie, die im Labor arbeiten können. Auch Informatiker haben in Zukunft weiterhin beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Ein weiterer Studiengang, der es künftig leicht bei der Arbeitsplatzsuche haben wird, ist laut Berufsforscher Michael Wegen von der Universität Duisburg-Essen das Verwaltungswesen. Der öffentliche Bereich sucht verstärkt nach Absolventen der entsprechenden Studiengänge, doch deren Zahl sinkt. Der große Vorteil dieses Studiums: Mit einem Abschluss können Absolventen überall in Deutschland arbeiten, jede Kommune benötigt Verwaltungswissenschaftler.

Auch wer sich für ein Studium der Medizin entscheidet, macht nichts falsch. Schon jetzt gibt es mehr offene Stellen als Interessenten und die Schere wird künftig noch weiter auseinander driften. Jedes Jahr gehen etwa 9.000 Mediziner in Rente. Dies entspricht in etwa der Zahl der Absolventen, die nachrücken. Allerdings schafft es von diesen längst nicht jeder bis zum Facharzt. Der Bedarf ist entsprechend groß.

Die Berufsprojektion der Experten macht aber auch den Absolventen Hoffnung, die auf dem Arbeitsmarkt Enttäuschungen erlebten, weil sie ein Fach mit wenig Perspektiven studiert haben. Hier kann ein Wechsel der Region in Zukunft helfen. So droht beispielsweise im Osten der Republik ein genereller Mangel an Akademikern, heißt es. Im Norden Deutschlands bis hinunter nach Nordrhein-Westfalen werde zudem ein besonders schwerwiegender Fachkräftemangel entstehen. Entsprechend sind hier die Jobaussichten sehr gut, wenn man einen Abschluss in einem Mangelfach vorweisen kann.

Die Prognosen von BIBB und IAB entschlüsseln aber auch, wo es in Zukunft schwierig auf dem Arbeitsmarkt wird. Darunter befinden sich einige Studiengänge, die in der Vergangenheit eher als Jobmotoren galten. Bis 2030 wird es demnach im Bereich der kaufmännischen Berufe zu einem Überangebot an Interessenten kommen. Gleiches gilt auch für wirtschaftswissenschaftliche sowie für rechtswissenschaftliche Berufe. Den lehrenden Jobs sagt die Projektion insgesamt einen schweren Stand voraus, weil der Staat praktisch nicht mehr neueinstellt.

Doch wie stehen die Unternehmen, die die Super-Jobs zu vergeben haben, zu der Thematik? Unabhängig vom Studienfach sind die Betriebe mit der Qualität von Auszubildenden und Hochschulabsolventen nicht immer zufrieden. Wer nach dem BWL-Studium in einem echten Betrieb steht, dem fehlt es oft an Grundlagenwissen und Praxiserfahrung, so die Beobachtung von Unternehmen. Denn gelehrt wird häufig noch, was für die planbare Wirtschaft von gestern galt. Doch immer häufiger wird der Jahresplan durch technische und gesellschaftliche Veränderungen schon am 2. Januar obsolet.

„Früher hat man in der klassischen BWL und in Studiengängen für Executives gelehrt, dass Planung alles ist. Auf mehr Unsicherheiten wurde mit einem verbesserten Risikomanagement reagiert. Das funktioniert heute häufig nicht mehr“, bestätigt René Mauer, Inhaber des Lehrstuhls für Entrepreneurship und Innovation an der Business School ESCP Europe in Berlin. Er selbst habe ein duales Studium 
absolviert, an einer Universität und beim Multi-Technologiekonzern 3M. So habe er eine ganze Menge Praxis zur Theorie bekommen. In der rein universitären Ausbildung spiele die Praxis dagegen eine eher untergeordnete Rolle. Dass dies für Arbeitgeber tatsächlich ein Problem ist, macht die Unternehmensbefragung des jüngsten Hochschulbildungsberichts vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in Zusammenarbeit mit McKinsey deutlich: 70 Prozent der Unternehmen sehen Praxiserfahrung als wichtigste Fähigkeit für die Arbeitswelt 4.0 – dicht gefolgt von Fremdsprachenkenntnissen (63 Prozent) und dem Umgang mit digitalen Technologien.

Die Entscheidung für ein Studienfach sollte zuerst nach den persönlichen Neigungen getroffen werden. Trotzdem kann es nicht schaden, wenn man weiß, in welchen Branchen später auch gute Gehälter gezahlt werden.

Wer ein Studium in der Tasche hat, besitzt die besten Voraussetzungen für ein gutes Gehalt. Doch auch zwischen den verschiedenen Studiengängen herrschen gewaltige Unterschiede. Denn mit dem richtigen Studienfach verdienen Sie bis zu 23.000 Euro mehr im Jahr.



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