Weine für den Winter

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Wenn der Winter uns fest im Griff hat und Kälte, Eis und Schnee bis in die Niederungen bringt, sind nicht nur warme Stuben, sondern auch warme Getränke gefragt. Zum Beispiel die mit Alkohol, zum Aufwärmen von innen: Grog, Tee, Punsch, selbst der Glühwein ist auch noch nach Weihnachten beliebt.

Doch wie sieht es mit Wein aus, was trinkt der Weinliebhaber im Winter? Gibt es so etwas wie Winterweine? Tatsächlich ist es so, dass uns Rotwein in der kalten Jahreszeit besser schmeckt als der Weiße. Weißwein steht mit seiner Frische typischerweise für den Sommer. Schwerer, dunkler Rotwein wird dagegen eher mit den kühleren Jahreszeiten in Verbindung gebracht. Warum ist das so?

Im Herbst vollzieht sich ein markanter Wechsel in der Natur. Das Grün der Bäume und des Weinlaubs wird ein buntes Mosaik aus Scharlach, Gold, Violett – Anklänge von loderndem Feuer, Wärme, Reife. Der Weißwein bewahrt im Glücksfall das Gold, das Heitere, Frische, während der Rotwein die reichere Palette bietet, Rubin, Lila, Purpur, das Tiefere, Geheimnisvollere, Urheimatliche. Das, wonach man sich in der kargen, kalten Jahreszeit mehr denn je sehnt.

Der wesentliche Unterschied zwischen Weiß- und Rotwein besteht in den Farbpigmenten und im Gerbstoff. Entsprechend der helleren Farbe finden sich im Weißwein oft gelbe, gelb-rote und grüne Fruchtnoten, die eher frisch und lieblich wirken, während der Rotwein gemäß der dunkleren Farbe rote, blaue und schwarze Fruchtaromen offeriert, die geschmacklich stärker ausgeprägt anmuten. Das Tannin, das in den dunklen Schalen und in den Traubenkernen eingelagert ist, ist der eigentliche Scheidepunkt zwischen den beiden Hauptarten des Weins. Es ist im Weißwein kaum vorhanden, während es im Rotwein die Seele bildet. Das Tannin soll dem Wein Kraft, Statur, Eleganz geben. Das Energievolle, Tröstliche im Winter, das dem Roten hilft, gehaltvolleren, dunkleren Speisen Paroli zu bieten – wohltemperiert, 16 bis 18 °C, damit er fruchtig und nicht brandig schmeckt. Die Mär von der Zimmertemperatur, die um einiges darüber liegt, ist längst überholt.

Der Weißwein zeichnet sich durch Frische für den Sommer aus, geeignet für leichtere Gerichte wie Gemüse, Pasta, Risotto, Muscheln, Fisch und Huhn. Der Rotwein dagegen eher durch Wärme für den Winter, geeignet für kernigere Speisen wie Nudeln mit Tomatensoße, Wildgeflügel und Wild. Ein Pinot noir oder Spätburgunder harmoniert vorzüglich mit Wildgeflügel, Wachtel, Rebhuhn, Fasan oder mit Reh, Roastbeef und Rinderfilet. Es wäre ein Frevel, zu einem Entrecote einen x-beliebigen, lauen Wein zu trinken, der das Pingpongspiel nicht beherrscht.

Die Trends von der Weinmesse ProWein Düsseldorf

Auf der weltgrößten Weinmesse gab es geballt die neuesten Produkte von Weinherstellern aus aller Welt zu sehen. Rund 6.200 Aussteller aus 57 Ländern zeigten in diesem Jahr dem Fachpublikum ihre aktuellen Sortimente und Neuheiten. Eines ist klar: die Weinwelt wird vielfältiger. Schon deshalb, weil in immer mehr Ländern Weine hergestellt werden.

Hier die Weine, die derzeit angesagt sind – oder es werden könnten:

Trend 1: Silvaner
Schon seit geraumer Zeit wird von Weinkennern wieder vermehrt auf die frischen Weine der deutschen Rebsorte verwiesen. Besondere Aufmerksamkeit genießt die Region Franken mit hohen Qualitäten, aber auch in Rheinhessen und der Pfalz wird der Silvaner-Fan glücklich.

Trend 2: Rote Cuvées aus Deutschland
Dass Rebsorten-Reinheit an sich ein Qualitätsmerkmal darstellt, ist im Grunde ein Spleen der Deutschen und der Österreicher. Viele große Rotweine aus anderen Weinländern sind von jeher Cuvées. Das haben vor allem viele Pfälzer Winzer beherzigt und stellen immer öfter Rotwein-Blends vor.

Trend 3: Weißweine aus Spanien: Rueda und Rias Baixas
Der Dauerbrenner unter den spanischen Weinbaugebieten, das Rioja, bekommt ernsthafte Konkurrenz von den Weißwein-Spezialisten. Während in Rueda der frische Verdejo angebaut wird, haben hochwertige Albariños aus Rìas Baixas in Spanien selbst schon Kultstatus.

Trend 4: Pinot Grigio aus dem Friaul
Noch gilt die norditalienische Region als Geheimtipp – das könnte sich aber bald ändern, denn sie bietet in puncto Weißwein alles, was gerade angesagt ist. Allen voran saftigen Pinot Grigio, aber auch aromatische Sauvignon Blancs und elegante Chardonnays.

Trend 5: Malbec aus Argentinien
Hochwertige Rotweine aus der neuen Welt sucht man am Besten in Argentinien. Es ist kein Zufall, dass man Weine von dort nicht im Discounter findet. Hier wird, im Gegensatz zum Nachbarland Chile, nicht auf einfache Qualitäten als Umsatzbringer gesetzt. Die typische Rebsorte ist der Malbec, der in seinem Heimatland Frankreich nahezu keine Rolle mehr spielt, in dem Andenland aber großartig gedeiht.

Trend 6: Ätna-Weine
Wein vom Vulkan – allein bei der Vorstellung fallen schon bestimmte Sinneseindrücke ein. Das feuerspeiende Markenzeichen der Insel Sizilien steht hoch im Kurs bei Weinbauern und Liebhabern. An den zerklüfteten Hängen ist die Bewirtschaftung harte Arbeit, dennoch haben mittlerweile fast alle großen Winzer der Insel und auch aus anderen Teilen Italiens hier investiert.

Trend 7: Rotwein aus Bulgarien
Die osteuropäischen Weinländer holen auf – wer mit ihnen noch immer den günstigen, süßen Mazedonier aus dem Supermarktregal verbindet, begeht einen Fehler. Vor allem bulgarische Weine aus internationalen Sorten bestechen mit einem sehr modernen Stil.

Glühwein selber machen

Für roten Glühwein eignen sich am besten Weine mit wenig Säure und einem geringen Tanninanteil. Ideale Weinsorten sind daher Dornfelder, Merlot oder Spätburgunder. Um den Geschmack nicht zu beeinträchtigen, sollte der Wein nicht im Barrique-Fass gelagert worden sein. Für die weiße Variante eignen sich Riesling, Chardonnay oder Müller-Thurgau am besten.

Da sich der Wein im Zusammenspiel mit den Gewürzen durchsetzen muss, darf er einen kräftigen Geschmack haben. Außerdem empfehlen wir einen trockenen oder halbtrockenen Wein.

Klassisches Glühwein-Rezept
– 1 l Rotwein
– 1 unbehandelte Zitrone
– 2 Stangen Zimt
– 3 Gewürznelken
– 5 EL brauner Zucker
– 2 Kapseln Sternanis
– etwas geriebenen Kardamom

Die Zitrone in Scheiben schneiden und zusammen mit Rotwein, Zimt, Gewürznelken, Sternanis, Zucker und den Zimtstangen in einem Topf erhitzen. Wichtig: Der Wein darf nicht aufkochen!

Das Gemisch zugedeckt eine Stunde ziehen lassen. Danach die Flüssigkeit durch ein Sieb gießen und mit Kardamom abschmecken. Nach Belieben mit Honig oder Zucker nachsüßen.

Tipp: Falls es mal schnell gehen soll, kann man auch fertige Gewürzmischungen verwenden.

Weingelee
Für 4 Gläser Weingelee
– 1 l Wein (ideal ist ein lieblicher würziger Wein)
– 250 ml Wasser
– Gelierzucker 1:1
– 1 Päckchen Zitronensäure

Die Gläser vorher mit heißem Wasser ausspülen. Den Wein mit dem Wasser und der Zitronensäure aufkochen, umrühren. Den Gelierzucker dazu geben. 4 Minuten kochen lassen. Flüssigkeit in Gläser abfüllen, zuschrauben, 10 Minuten auf den Kopf stellen und dann wieder umdrehen, bis die Masse fest wird.

Essensempfehlung zum Weingelee:
Goldgebackener Camembert mit frischem Weißbrot. Auch zu Gegrilltem passt das Gelee perfekt, am besten mit etwas Peperoni für die gewisse Schärfe. Ein süß-scharfes Geschmackserlebnis.



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