MD ist viele

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Wer die typische Landesmutter sucht, findet sie möglicherweise in Malu Dreyer nicht so, wie man sich eine solche Institution vorstellen mag. Was sie zu bieten hat, ist jedoch für unzählige Menschen so überzeugend, dass es gar nicht immer um Politik und die von der Opposition kritisch hinterfragten Themen geht. Malu Dreyer zeigt als erste Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz, dass unterschiedlichste öffentliche Eigenschaften durchaus eine überzeugende Verbindung ergeben können. Beschrieben wird sie als straight und gleichzeitig an Kritik interessiert, als perfektionistisch, aber auch menschlich, als zielstrebig und doch warmherzig. Malu Dreyer lässt sich nicht auf die Politikerin, die Frau oder die an MS-Erkrankte eingrenzen. Sie ist „viele“ und erreicht damit weit mehr Menschen in Rheinland-Pfalz als so manch einer ihrer Vorgänger.

Wer ist MD?

Wir haben uns umgehört und diese Fragen zu Malu Dreyer beschäftigen die Menschen in Rheinland-Pfalz:

JUPITHER: Martin Schulz sagte im Wahlkampf: „Von Malu Dreyer lernen, heißt siegen lernen“. Wie erreichen Sie einen Sieg und was bedeutet Ihnen ein Sieg?

MD: Die Aussage von Martin Schulz bezog sich auf unseren Wahlsieg hier in Rheinland-Pfalz, den ja manche nicht mehr für möglich gehalten hatten. Ich war aber immer überzeugt davon, dass wir es schaffen können, und dafür habe ich gekämpft. Über den tollen Erfolg am Ende habe ich mich natürlich riesig gefreut, weil er es uns ermöglicht hat, unser Land für und mit den Menschen weiter erfolgreich zu gestalten.

JUPITHER: Immer wieder ist zu lesen: „mein Herz schlägt für Rheinland-Pfalz“. Was könnte Sie dennoch nach Berlin locken?

MD: Ich fülle mein Amt als Ministerpräsidentin mit großer Leidenschaft aus. Rheinland-Pfalz ist meine Heimat. Es gibt mir die Möglichkeit, die Lebenswirklichkeit der Menschen ganz konkret zu gestalten. Nehmen wir zum Beispiel den demografischen Wandel, den wir als Landeregierung gerade wieder mit unserer Demografiewoche ins Zentrum gerückt haben. Dabei geht es etwa um die Frage, wie wir das Leben auf dem Land und in der Stadt für die Menschen attraktiv halten können. Oder das Thema Digitalisierung, das eng damit verknüpft und ein riesiges Zukunftsthema ist.

JUPITHER: In kaum einem anderen Bundesland wie in unserem müssen die Menschen so lange Strecken bis zu Ihrem Arbeitsplatz mit dem Auto zurücklegen. Was wird hier getan?

MD: Rheinland-Pfalz ist ein Flächenland, viele Menschen vor allem in den ländlichen Gebieten sind auf die Bahn oder das Auto angewiesen. Rheinland-Pfalz hat aus diesem Grund das dichteste Straßennetz in ganz Deutschland und mit dem Rheinland-Pfalz Takt ein gutes Nahverkehrsnetz. Zum Erhalt und Ausbau der Straßen und des ÖPNV haben wir, genau wie der Bund auch, die Investitionsmittel deutlich erhöht. Wir kommen 2017 mit Bundes-, Landes- und kommunalen Mitteln insgesamt auf 573 Millionen Euro, die in unsere Straßen fließen – das ist die höchste Summe in der Geschichte des Landes.

Daneben investieren wir in diesem und im kommenden Jahr jeweils knapp eine halbe Milliarde Euro in den öffentlichen Nahverkehr. Und wir investieren auch in Radwege und Rad-Pendlerwege.

JUPITHER: Sie sagen, die Krankheit darf nicht im Mittelpunkt Ihres Lebens stehen. Wie schaffen Sie das und was empfehlen Sie Menschen mit einer chronischen Erkrankung?

MD: Die MS ist Teil meines Lebens, aber sie dominiert mich nicht. Ich habe mich darauf eingestellt, mache regelmäßig meine Physiotherapie, greife, wenn es sein muss, auf Unterstützung wie zum Beispiel bei längeren Strecken auf den Rollstuhl zurück, achte auf meine Ernährung und das ist es eigentlich auch schon. Jede Erkrankung ist anders, daher ist es schwierig, Empfehlungen zu geben. Aber ich denke, es ist wichtig, so weit wie möglich optimistisch sein Leben zu leben.

JUPITHER: Wie sieht ein Tag zu Hause bei Malu Dreyer aus, wenn sie wirklich frei hat?

MD: Meine Freizeit ist natürlich aufgrund meines Amtes eng begrenzt. Aber wenn ich mal frei habe, gehe ich gerne mit meinem Mann in der Natur spazieren, ins Kino oder auch zu Sportveranstaltungen. Ganz besonders freue ich mich, wenn unsere Kinder und unser mittlerweile erstes Enkelkind zu Besuch kommen oder ich mich mit Freunden treffen kann.



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